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Kinderheim
04.03.2025

Herzlich Willkommen, Wahida und Mama

Angela

Fast wöchentlich stehen bei uns Familien vor dem Tor, die ihr Kind abgeben oder Unterstützung bitten. Wir erhalten auch Anrufe vom “Sozialamt”, das uns Kinder zuweist. Wenn Kinder jedoch eine Familie haben, nehmen wir sie ins Outreach-Programm auf.

Anfang Januar stand eine Mutter bei uns und wollte ihr Kind abgeben. Unsere Mitarbeiter erklärten ihr, dass wir keine Kinder mit Eltern aufnehmen, sondern den Bedarf über unser Outreach-Programm klären. Auffallend war, dass mit dem Kind etwas nicht stimmte, und so wurde ich hinzugezogen.

Das Kind, fünf Jahre alt und nur 4,2 kg schwer, war in einem extrem schlechten Zustand. Ich bot der Mutter an, sie notfallmäßig aufzunehmen, aber sie lehnte ab. Die Kleine hatte wohl letztes Jahr bereits eine Nasensonde für die Ernährung, aber das Wechseln war zu teuer. Sie wollte eine Magensonde, da sie dachte, dies würde alle Probleme lösen. Eine OP in diesem Zustand war jedoch unmöglich und nicht billiger. Die Mutter verließ uns wieder.

Diese Momente sind schwer für mich, da ich befürchte, das Kind könnte verhungern. Magdalena, unsere Outreach-Verantwortliche, versuchte, die Mutter zuhause zu besuchen, aber die Mutter lehnte ab. Wir überlegten und diskutierten viel über mögliche Lösungen und blieben telefonisch in Kontakt. Ende des Monats kam die Mutter endlich mit dem Kind zu uns.

Ich legte sofort eine Nasensonde und kontaktierte unseren Arzt für einen Ernährungsplan. Der Arzt konnte jedoch keinen Plan erstellen, da der Fall zu extrem war. Die Sterblichkeitsrate liebt in solchen Fällen bei über 70%, da der Körper zu geschwächt ist, um neue Nahrung aufzunehmen. Wir gingen zum Spezialisten ins Nationalkrankenhaus, wo man das Kind stationär aufnehmen wollte. Dort erfuhren wir, dass die Mutter bereits zweimal stationär aufgenommen war und Schulden von 1 Mio. TSH hatte. Nach meiner Zusage, die Kosten zu übernehmen, wurden Untersuchungen durchgeführt. Wahida war eine Woche im Krankenhaus, und dank der Unterstützung von NUKIA wurden alle Kosten übernommen.

Nach der Entlassung kam Wahida mit ihrer Mutter zu uns und wir pflegen sie nun intensiv. Wenn man die Bilder von Anfang Januar und jetzt vergleicht, sieht man bereits deutliche Fortschritte. Wir hoffen, dass es weiter bergauf geht und wir die Mutter anleiten können, wie sie ihr Kind richtig ernähren kann.

Über den Autor/die Autorin
Angela
Präsidentin und Gründerin von HOPE & WONDER